Besuch in Sarajevo 2008

Besuch des Vorstandes von BISER-Deutschland in Sarajevo 2008

Anlässlich des Tages der Frau am 8. März fuhren die Vorsitzende des Vereins BISER-International Sektion Deutschland e.V. mit zwei Unterstützerinnen, nämlich Frau Beate Cordes vom Verein UHURU Mainz und Frau Jutta Kästner von Zonta Wiesbaden nach Sarajevo, um sich vor Ort über das Projekt zu informieren und die Folgen des erstmaligen Ausbleibens der finanziellen Unterstützung durch das deutsche Außenministerium zu erörtern.

Der letzte Besuch war zwei Jahre her. Ein weiterer Zweck des Besuches war, mit den Frauen von BISER Sarajevo das jährliche Frauenfest im Gebäude von BISER mitzufeiern.

Sarajevo
Die Räumlichkeiten im Haus in Sarajevo sind gut gepflegt. Das oberste Stockwerk ist aber noch nicht vollendet. Das Parkett ist vorhanden aber noch nicht verlegt. Die isländische Notenbank hat einen Geldbetrag gespendet, mit dem diese Arbeiten abgeschlossen werden könnten. Es sind noch Gelder aus einem Zuschuss der isländischen Regierung vorhanden, die den Unterrichtsbetrieb in Sarajevo und Travnik für zwei Monate sicherstellen. Bei weiterem Betrieb werden die Reserven aus einem Vermächtnis an BISER aufgebraucht werden müssen, wenn nicht das Außenministerium die Zuschüsse wieder aufnimmt.
Der Bedarf ist nach wie vor groß, wenn sich auch die Schwerpunkte verschieben. Waren früher die Nähkurse am stärksten gefragt und die Wartelisten am längsten, so sind es jetzt die Sprachkurse und die Computerkurse. Die Vermittlung der Absolventinnen in die Arbeitswelt ist nach wie vor sehr erfolgreich, da die Ausbildung von den Arbeitgebern geschätzt und anerkannt wird. Nach wie vor nehmen Frauen aus allen Volksgruppen, Serbinnen, Bosnierinnen usw. an den Kursen teil.
Tuzla
In Tuzla sieht die Lage eher trübe aus. Das Haus in Tuzla ist nicht fertig renoviert. Die Frauen dort kümmern sich nicht um das Haus, so dass der Frost vor zwei Wintern Wasserschäden verursachte. Jetzt ist das Wasser und der Strom abgestellt. Ein Unterrichtsbetrieb findet nicht statt, da es dazu am Geld fehlt. Dabei hatte das Haus in Tuzla früher die meisten Schülerinnen ausgebildet.

Der harte Kern von BISER auf dem Weg zum Haus in Tuzla:

Eldina Mehič, Aida Daidžič und Dr. Vilborg Ísleifsdottir-Bickel

Das Haus in Tuzla 2008

Die BISER-Vereine in Wiesbaden und Sarajevo sind sich darüber einig, dass die Geldmittel, das Haus in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen, in absehbarer Zeit nicht aufzubringen sein werden. Außerdem ist das Haus schlecht erschlossen und nur schwer zu erreichen, genügend Parkplätze gibt es in der näheren Umgebung nicht. Es ist ein Makler beauftragt, das Haus zu verkaufen. Für den Erlös sollen zwei Stockwerke mit Büroräumen in günstigerer Lage erworben werden. Dann lässt sich vielleicht eher ein Unterrichtsbetrieb einrichten.

Das Fest im Haus von BISER war wieder ein auch in der Presse viel beachtetes Ereignis mit viel Prominenz. Dabei wurde wie üblich die "Frau des Jahres" und der "Mann des Jahres" gekürt. Die Frau des Jahres war Ferida Duraković, Präsidentin des PEN-Clubs, Dichterin und Kolumnistin. Der "Mann des Jahres" war diesmal der Politiker Bogič Bogičevič, der in der Präsidiumssitzung des Parlaments März 1991 als Serbe die Zustimmung zum Eingreifen der serbischen Armee in Bosnien-Herzegovina und anderswo verweigert hatte.