BISER

BISER bedeutet in der bosnischen Sprache „Träne“ oder „Perle“. BISER ist daher der Name der bosnischen Frauenvereine, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Frauen, die durch den Krieg in den Jahren 1992 bis 1995 in die Flucht und die Armut getrieben wurden, zu unterstützen, eine menschenwürdige Zukunft für sich und ihre Kinder aufzubauen. Dies kann nur durch Bildung und Betreuung erreicht werden.

Es gibt BISER-Vereine in Sarajevo, Travnik, Tuzla und inzwischen auch in Island. Der BISER-Verein in Wiesbaden wurde im Januar 1995 von engagierten Frauen gegründet. Eine der Aufgaben des Vereins ist es, Fördermittel von der Europäischen Union, der Bundesregierung und anderer europäischer Länder sowie von Privaten für dieses Vorhaben zu beschaffen.

MUSA-Zentrum in Tuzla.

  • Das MUSA-Zentrum in Travnik

Die Situation

Der Krieg hat verheerende Folgen hinterlassen. Viele Männer sind gefallen oder verschollen und haben Witwen und Kinder hinterlassen. 68 % der bosnischen Bevölkerung sind Frauen. Viele von ihnen sind daher alleinerziehende Mütter und Ernährerinnen, eine Rolle auf die sie nicht vorbereitet sind. Ca. 30 % der Bosnierinnen können weder lesen noch schreiben. Häufig sind sie auch selbst Opfer von Gewalt. Diese Frauen sind jedoch Trägerinnen der neu entstehenden Demokratie im Lande. Auch eine Analphabetin hat volles Stimmrecht. Weil Demokratie und Bildung sich gegenseitig bedingen, ist die Bildung der Frauen ein zentrales Element der Demokratisierung.


Der BISER-Verein Sarajevo hat im Jahr 2000 einen spektakulären Erfolg errungen,
als er in New York einen Schadensersatzprozeß gegen den Serbenführer Karadzic gewann.
Die MUSA-Zentren

"MUSA" steht für Multi-Service-Zenter. Dort werden von bosnischen Fachfrauen (Ärztinnen, Juristinnen, Psychologinnen, Lehrerinnen) kompetente Hilfen für die hilfesuchenden Frauen, größtenteils Witwen, angeboten. Außerdem handelt es sich um eine Art Volkshochschule für Frauen. Diese Frauen brauchen einen beständigen Ort, an dem sie sich in gewohnter Umgebung treffen und regenerieren können. Bei stark schwankenden Einkünften besteht immer die Gefahr, gemietete Objekte aufgeben zu müssen. Daher sind die eigenen Häuser unverzichtbares Fundament der Arbeit. Diesen Ankauf ermöglichten das Land Hessen, die isländische Regierung, die isländischen Frauenvereine und die Vereine UHURU und Zonta sowie private SpenderInnen. Die Planung und Bauleitung für die Renovierung der stark beschädigten Häuser wurde von dem Mitglied Aida Daidzic, einer Architektin in Sarajevo, gespendet. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

Nähstube

Mitarbeiterinnen-Konferenz

Das Konzept

Die Kurse sollen dazu dienen, den Frauen Fertigkeiten zu vermitteln, die ihnen eine eigene Einnahmequelle ermöglichen. Gleichzeitig soll ihnen auch persönliche, soziale und medizinische Hilfe zuteil werden. Dazu eignen sich am besten Fachfrauen, die den gleichen sozialen und kulturellen Hintergrund und die schrecklichen Erlebnisse vor Ort selbst erlebt haben. Am meisten sind die Handarbeitskurse gefragt. Sie bilden den Einstieg in die weitere Bildung. Über die Mütter werden auch die Töchter erreicht. Es werden auch Alphabetisierungs-, Sprach-, Computer- und Buchhaltungskurse sowie Sekretärinnenausbildung angeboten. Im „Frauenforum“ werden allgemein interessierende Themen von speziellen Referentinnen vorgetragen und diskutiert. Hinzukommen Workshops und Wochenendseminare.

Die Zukunft der Frauenprojekte in ehemaligen Kriegsgebieten Frauenbildung ist die Antwort auf die großen Probleme der heutigen Welt. Ohne Bildung keine Demokratie. Daher müssen nachhaltige Bildungsinstitutionen für Frauen über längere Zeiträume gefördert werden. Gebildete Frauen sind dem Weltfrieden dienlich! Helfen Sie den Frauen auf dem Balkan.
V.i.S.d.P.: Christian Bickel
© BISER International Sektion Deutschland