Jahresbericht 2014


Seit 17 Jahren betreut BISER Wiesbaden e.V. finanziell Frauenzentren in Sarajevo, Travnik und Tuzla. Es war nicht einfach so lange durchzuhalten.

Der Kauf und der Aufbau war für diesen Verein eine schwere Aufgabe. Aber ohne gesicherte Lokalitäten ist ein Schulbetrieb nicht möglich. Diese Häuser haben auch die Funktion unsere Besucherinnen wilkommen zu heißen und Wertschätzung zu vermitteln; in einer trostlosen Umgebung kann kein Mensch getröstet werden.

Die von BISER betriebenen Begegnungs- und Ausbildungsstätten sind wichtige Institutionen zur Stabilisierung von Frauen und Mädchen. Sie beugen der Prostitution aus Not und dem Mädchenhandel vor. In den BISER-Zentren können Frauen Fertigkeiten und Kenntnisse erwerben, die ihnen auf dem Arbeitsmarkt Vorteile verschaffen. Leider ist es so, dass in Bezug auf Bildung die Bosnierinnen noch immer benachteiligt sind.

Das Jahr 2014 war durch besondere Probleme gekennzeichnet. Die Bundestagswahlen waren gerade vorüber und die Bundesregierung nahm ihre Arbeit auf. Das bedeutete, dass zu Anfang des Jahres der Haushaltsplan noch nicht umgesetzt war und die Referate in den Ministerien noch keine Mittel zugewiesen bekommen hatten, die sie hätten verteilen können. Durch großzügige Spenden treuer Sponsoren, wie dem Zonta-Club Würzburg, dem Verein der Freunde Zonta und einer Stiftung der Commerzbank, aber auch Privatpersonen, konnten gleichwohl im Mai und Juni die Zentren betrieben werden.

Aber dann war zunächst Abwarten angesagt, bis die Mittel des Auswärtigen Amtes flossen. Sie kamen endlich im September. So wurden die Zentren von September bis zum Jahresende betrieben.

Nach wie vor wird die medizinische Betreuung in Travnik und Tuzla sehr in Anspruch genommen. Dort ist die Armut noch größer als in Sarajevo, und die öffentliche Gesundheitsvorsorge ist beschränkt und vor allem nicht kostenlos. Viele ältere Frauen haben kaum Rente und können sich den Kauf von Medikamenten nicht leisten. Das sind die Frauen, die die Last des Kriegs am schwersten tragen mussten. Sie leiden an degenerativen Krankheiten, Rheuma, Verdauungsprobleme und Depressionen. Ohne den Einsatz von BISER wären diese Frauen ohne medizinische Versorgung. Für diese Frauen hat die Teilnahme an einem Nähkurs auch eine therapeutische Bedeutung.

Unser Konzept "Schule, medizinische und juristische Betreuung" hat gezeigt, dass man mit wenig Geld viel erreichen kann, wenn die einheimischen Frauen und deren Bedürfnissse berücksichtigt und ernst genommen werden.

Bilanz 2014
(alle Angaben in Euro)
Anfangsbestand 9545,44
Private Spende 16.170,29
Staatszuschuss 47.905,00
Summe 73.620,73
   
Betrieb+Paten 67.875.72
Endstand 5.745,01
Summe 73.620,73